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Tiefe Hirnstimulation bei der Schizophrenie

J. Kuhn, M. Bodatsch, V. Sturm, D. Lenartz, J. Klosterkötter, P. J. Uhlhaas, C. Winter, T. O. J. Gründler
Die tiefe Hirnstimulation (THS) hat die Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten einiger, vermeintlich therapieresistenter, neuropsychiatrischer Erkrankungen erfolgreich erweitert. Vor diesem Hintergrund werden immer mehr psychische Störungen im Stadium der Therapieresistenz als mögliche Indikationen der THS erwogen. Mittlerweile ist auch die Schizophrenie in den Fokus des Interesses gelangt. Diese, wie alle anderen potenziellen psychiatrischen Indikationen, bedürfen der kritischen Prüfung, ob der aktuelle Wissensstand in Hinblick auf die propagierten Wirkmechanismen der THS und die angenommene Pathophysiologie der Erkrankung einen Einsatz des Verfahrens rechtfertigen. Die vorliegende Arbeit betrachtet synoptisch die aktuellen Ansätze, die einen THS-Einsatz begründen könnten, und diskutiert die Übertragbarkeit bisheriger THS-Anwendungen, Studienergebnisse zur dopaminergen Transmission und zu neuronalen Oszillationen sowie tierexperimentelle Daten. In der Zusammenschau ist die aktuelle Datenlage durchaus zukunftsweisend für einige Symptome der Schizophrenie, rechtfertigt zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch womöglich noch nicht den klinischen Einsatz der THS in der Behandlung. Vordringliche Aufgabe ist der Schluss bis dato bestehender Wissenslücken, um indikationsbegründende Hypothesen mit möglichst geringem Spekulationscharakter generieren zu können.

Thieme eJournals – Abstract

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