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Psychometrische Eigenschaften der deutschen Version des Suicide Behaviors Questionnaire Revised (SBQ-R)

Einleitung Zur ökonomischen Erfassung suizidaler Erlebens- und Verhaltensweisen findet der Suicide Behaviors Questionnaire – Revised (SBQ-R) von Osman und Kollegen breiten Einsatz. Dieser Fragebogen umfasst 4 Items, die verschiedene Facetten von Suizidalität erfassen und weist einige Einschränkungen auf. So sind die 4 Items nicht gleich skaliert und haben z. T. einen unterschiedlichen zeitlichen Bezug. Einige Antwortalternativen zu Item 1 und 3 sind mit dem gleichen Score belegt – es wird somit keine klare Schweregraddifferenzierung bezüglich verschiedener Aspekte von Suizidalität vorgenommen. Bislang liegen weder Daten zu den psychometrischen Eigenschaften der deutschen Version vor, noch wurde die postulierte Eindimensionalität des SBQ-R bislang international eingehender untersucht.
Material und Methode In einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe (N=2497) wurden der SBQ-R sowie der PHQ-4 (zur Erfassung von Depressivität und Ängstlichkeit), der INQ sowie der ACSS-FAD (erfassen Konstrukte der Interpersonalen Theorie suizidalen Verhaltens) eingesetzt. Die Dimensionalität des SBQ-R wurde mit einer konfirmatorischen Faktorenanalyse geprüft, Interkorrelationen mit dem PHQ-4, dem INQ und dem ACSS-FAD wurden zur Bestimmung der konvergenten Validität ermittelt.

Ergebnisse Während die initiale Modellgüte für das eindimensionale Modell nicht zufriedenstellend war, konnte diese nach Einführung einer Residualkorrelation deutlich verbessert werden. Die interne Konsistenz ist mit Cronbach’s α=0,72 ausreichend. Es fanden sich theoriekonforme Zusammenhänge mit den konvergenten Maßen, mit Ausnahme des ACSS-FAD.
Schlussfolgerung Die psychometrischen Befunde der deutschen Übersetzung des SBQ-R sprechen grundsätzlich für den Einsatz des Fragebogens, wenngleich die Skalierung der Items und die notwendige Zulassung von Residualkorrelationen im eindimensionalen Modell kritisch zu betrachten sind. Da suizidale Erlebens- und Verhaltensweisen in der Suizidforschung sowie als Ausschlusskriterium in klinischen Studien häufig zeitökonomisch erfasst werden müssen, wäre es perspektivisch lohnenswert, ein gut einsetzbares und im Hinblick auf Itemkonstruktion und -skalierung schlüssigeres Instrument als Alternative zu entwickeln.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

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